Geplanter Ausbau der Spandauer Straße

Die Initiative der Falkenseer SPD zum vierspurigen Ausbau der Spandauer Straße von der Berliner Stadtgrenze bis zum Kreisverkehr Spandauer Platz hat im Sommer 2008 hohe Wellen geschlagen. Die Anwohner der Spandauer Straße waren entsetzt über diesen Vorschlag, ist doch schon jetzt die Verkehrsbelastung hoch und ein Überqueren der Straße sehr schwierig. Verkehrsverminderung statt Verkehrserhöhung sollte das Motto sein. Doch es wurde weiter geplant...

Spandauer Strasse

Im Jahr 2009 wurden die Planungen dahingehend modifiziert, dass nördlich der zwischen den Alleebäumen liegenden Straße eine zusätzliche Fahrbahn in Richtung Stadtzentrum Falkensee gebaut werden soll, die eine überbreite Spur und einen angrenzenden Radweg bekommen soll. Diese neue Trasse würde sehr nah an die Grundstücke und an die Ladenzeile heranreichen; teilweise würden Parkplätze entfallen. Die bestehende zweispurige Straße Richtung Berlin würde zurückgebaut werden und ebenso einen Radweg erhalten. In Summe würde es also weiterhin zunächst eine Spur pro Richtung geben. Die Planer (federführend ist der brandenburgische Landesbetrieb für Straßenwesen) äußerten unverhohlen, dass mit dieser Variante ein vierspuriger Ausbau künftig weiterhin möglich bleibt.

Da viele Bürger Unverständnis über diese Planungen äußerten, entschloss sich die BISF, im November 2009 eine Bürgerversammlung zu den Ausbauplänen einzuberufen. Knapp 100 Anwohner und Interessierte folgten der Einladung und informierten sich über die wahrscheinliche Lage der neuen Fahrspur und die erwarteten Auswirkungen (mehr Verkehr, mehr Lärm und Abgas, weniger Attraktivität der Ladenzeile, höhere Gefahren beim Überqueren der Straße usw.). Im Ergebnis zeigte sich eine deutliche Ablehnung der Pläne, und es wurde ein moderater Ausbau der Spandauer Straße im Status quo favorisiert. Vorschläge zu einzelnen Maßnahmen wurden vorgestellt und durch die Anregungen der Bürger ergänzt.

Auszüge aus der Präsentation der BISF und das Protokoll zur Bürgerversammlung stellen wir Ihnen hier zur Verfügung. Ihre Anregungen und Wünsche nehmen wir gern in unserem Kontaktformular entgegen.

Im April 2010 stellten der Landesbetrieb Straßenwesen, die beauftragten Planer und der Falkenseer Bürgermeister konkretere Planungen für den Ausbau der Spandauer Straße mit einer neuen nördlichen Spur vor. Die Pläne haben aus Sicht der BISF weiterhin die oben beschriebenen Nachteile. Viele Bürger lehnten die vorgestellten Ausbauplanungen ab, Anwohner übergaben über 300 Unterschriften gegen den geplanten Ausbau.

Die BISF erkennt in den vorgestellten Planungen mit einer zusätzlichen Fahrbahn keine Lösung für die Hauptprobleme, die heute in den Spitzenzeiten zu stauähnlichen Situationen führen: die Ampelkreuzung mit der Stadtrandstraße in Berlin-Spandau und der zu kleine Kreisverkehr am Spandauer Platz. Die BISF hat ein alternatives Konzept entwickelt, mit dem die Ziele der Verkehrsverflüssigung und Erhöhung der Verkehrssicherheit im Wesentlichen auch erreicht werden können: ein Umbau der Spandauer Straße im Status quo, unter Beibehaltung des heutigen Alleecharakters. Es kommt ohne zusätzliche Fahrspur aus, beinhaltet neue Abbiegespuren, separate Busbuchten, eine Ampelkreuzung an der Pestalozzistraße und einen moderaten Ausbau des Kreisverkehrs. Erwartet wird, dass diese Ausbauvariante deutlich kostengünstiger und umweltschonender ist.

Das Konzeptpapier der BI können Sie bei Interesse hier herunterladen. Es wurde an den Bürgermeister, den Landesbetrieb und das beauftragte Planungsbüro überreicht, das eine ernsthafte Prüfung der Vorschläge zugesagt hat. Anfang Juni hat die Bürgerinitiative das Alternativkonzept auf einer Veranstaltung des BUND vorgestellt. Ende Juni trafen sich die BISF und der Landesbetrieb für Straßenwesen in Potsdam, um über die Pläne zu sprechen und Details auszutauschen. Ein wesentliches Ergebnis war, dass der Landesbetrieb einen vierspurigen Ausbau der Spandauer Straße nicht favorisiert, u.a. da er keine Zunahme des Verkehrs mehr auf dieser Landesstraße erwartet. Die BISF wird die weiteren Planungen kritisch begleiten und ihr eigenes Konzept bei Bedarf weiterentwickeln.